Montage

Montage und Betriebssicherheit FB 8.3.5

 
An ausgekleideten Teilen darf grundsätzlich nicht geschweißt werden, da sonst der Fluor-Kunststoff zerstört werden kann.
Montagearbeiten sollten von dafür qualifiziertem Personal durchführt werden (DIN CEN/TS 1591-4).

Schutzdeckel
Zum Schutz der Auskleidung vor Schmutz und mechanischen Beeinträchtigungen durch Handhabung und Lagerung und zum Niederhalten der Bördel sind alle Teile mit Schutzdeckel versehen. Diese dürfen erst unmittelbar vor der Montage abgenommen werden!
 
Dichtungen
Zusätzliche Dichtungen zwischen den PTFE-Dichtflächen sind nicht notwendig, eventuell jedoch bei einem Mediensprung z.B. Übergang auf Metall, Glas, Keramik, Emaile, ETFE, PVDF, etc..
 
Verschraubung
Flanschverschraubungen sollten mit einem Drehmomentschlüssel in mehreren Schritten überkreuzt und zum Schluss im Uhrzeigersinn gleichmäßig nach unterer Tabelle angezogen werden.
⇒ Hinweis: Die Richtwerte der Anzugsdrehmomente gelten nur bei Raumtemperatur!
Auf Grund des Fließverhaltens der Auskleidung sollten die Verschraubungen nach einem Tag erneut nachgezogen werden. Nach dem ersten Temperaturzyklus und Inbetriebnahme empfehlen wir mehrmaliges Nachziehen der Schrauben.
Um eine Deformierung der Dichtflächen durch zu starkes Anziehen der Schrauben bei der Montage zu vermeiden, gelten bei DIN Flanschverschraubungen die folgenden Drehmomente als Richtlinie:
 
baum_kunststoffe_anzugsdrehmomente_ptfe
Quelle: BK-WN Anzugsdrehmomente für PTFE beschichtete Bauteile Rev000_18-09-2014
 

Schraubengüte
Bei allen DIN Drehmomentangaben ohne besondere Bemerkungen wird die Schraubengüte 5.6 empfohlen.
* Sollte es aufgrund Undichtigkeiten erforderlich sein die Schrauben an den Flanschen stärker als dem empfohlenem Drehmoment anzuziehen, empfehlen wir die Verwendung von Schraubensatz der Güte 8.8 und den Drehmoment um Faktor 1.25 des Tabellenwertes zu erhöhen.
** In diesem Sonderfall empfehlen wir Schrauben der Güte 8.8 zu verwenden.
 
 

Quelle: BK-WN Anzugsdrehmomente für PTFE beschichtete Bauteile Rev000_18-09-2014
Bei allen ANSI Drehmomentangaben wird die Schraubengüte Grade 2 empfohlen.
 
Anzugsmomente gelten für leicht geölte/gefettete Schrauben bei Normaltemperatur und sind ausgelegt für leichtes Fließen der Auskleidung, um eine sichere Abdichtung zu erzielen.
Weiteres Erhöhen der angegebenen Drehmomente führt nicht zwangsläufig zu einer besseren Abdichtung sondern kann zu einer Verformung vom Bördel führen.
 
Entlüftungsbohrungen
Mit Ausnahme von Blindflanschen, Reduzierflanschen sowie Distanzstücken Form G haben alle PTFE-Teile Entlüftungsbohrungen mit einem Durchmesser von ca. 3 mm. Diese dienen der Dichtheits-Prüfung nach der Fertigung sowie als Leckage Anzeige im Betrieb. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass diese nicht durch Farbe oder Isolation verschlossen werden. Aus Umweltschutzgründen bzw. Vorgaben sonstiger Regelwerke können diese Löcher verschlossen werden. Der Hersteller schließt in diesem Fall eine Gewährleistung für hierdurch entstandene Schäden aus.

Druck-Temperaturbeständigkeit von Bauteilen nach DIN 2848 + 2874
Die max. Temperaturbelastbarkeit beträgt 230°C. Die zulässigen Drücke oberhalb 120°C können aus den angegebenen Werten linear abgeleitet werden.
 
Vakuum-Beständigkeit von PTFE-ausgekleideten Rohren

Die Vakuumbeständigkeit von Formstücken ist teilweise abweichend. Bei Bedarf Hersteller kontaktieren.

Allgemeines
PTFE und PFA haben sich als langjähriger Korrosionsschutz bewährt. Bei elektrisch ableitfähigem Auskleidungsmaterial (schwarz) empfiehlt es sich, Bauteile regelmäßig auf die noch vorhandene Leitfähigkeit zu prüfen.
Bei bestimmten Medien kann die Ableitfähigkeit durch Auswaschungen mit der Zeit abnehmen. In Abhängigkeit verschiedener Faktoren können Permeations- sowie Absorptionserscheinungen auftreten. Unter der Bezeichnung Permeation versteht man den Mediumtransport durch die Auskleidung
hindurch.

Diese basiert auf zwei physikalischen Vorgängen:
 
  • Der Diffusion des Mediums durch die Räume zwischen den Molekularketten sowie der Löslichkeit des Mediums im Polymer. Diffusion kann durch die Auswahl geeigneter PTFE-Typen, durch die Erhöhung der Auskleidungsdicke sowie durch höhere Kristallinität reduziert werden. Hierbei erhöht sich jedoch die Anfälligkeit für Spannungsrisse, so dass im Interesse der Produktsicherheit zwischen den verschiedenen Anforderungen abgewogen werden muss.
  • Absorption bezeichnet das Eindiffundieren von Medium in die Auskleidung. Bei zyklischen Temperatur und Druckbelastungen kann es dort aufgrund von Ausdehnungsmechanismen zu Ansammlungen bis hin zur Blasenbildung kommen. Bei gegebenen Betriebsbedingungen kann die Isolation solcher Bauteile diesen Effekt deutlich reduzieren oder vermeiden.
 
Aufgrund der angeführten Effekte empfehlen wir aus Gründen der Betriebssicherheit eine regelmäßige Überprüfung aller Bauteile.
 
Unsere Bauteile verfügen über TÜV-Bauteilprüfung, entsprechen DGRL, TRR100 sowie WHG. Auf Wunsch können Auskleidungen mit FDA-Zulassung nach CFR177.1550 sowie zugelassenen Pigmenten gefertigt werden. Für die Eignung der von uns gelieferten Bauteile im Bezug auf die geplante Verwendung übernehmen wir keine Verantwortung. Für medizinische Anwendungen sind diese nicht geeignet. Bei Montage und Betrieb von PTFE-Kompensatoren müssen die entsprechenden Hinweise in unserem Katalog beachtet werden. Bitte beachten Sie die entsprechenden Betriebsdurck-Diagramme der Katalogseiten. Die zulässigen Betriebsdruck-Kurven sind mit steigender Temperatur fallend. Bei Standard-Wanddicken der PTFE-Bälge gelten andere Diagramme als bei dickwandigen Ausführungen.